Ösen, Saum, Hohlsaum und Keder beschreiben unterschiedliche Aufgaben am Rand einer bedruckten Fläche. Sie sind keine austauschbaren Extras. Entscheidend ist, womit das Banner oder Textil später verbunden wird: mit einzelnen Gegenpunkten, einer Stange, einer Profilschiene oder der Nut eines Spannrahmens.

Wer zuerst das Motiv gestaltet und die Konfektion erst am Ende ergänzt, riskiert ein falsches Außenmaß, verdeckte Inhalte oder eine Kante, die nicht zum vorhandenen System passt. Diese Entscheidungshilfe ordnet die Varianten ein. Verbindlich bleiben die Zeichnung des konkreten Tragsystems und die zum angebotenen Produkt gehörende Druckvorlage.

Schnelle Auswahl: Welche Kante gehört zu welchem System?

Randverarbeitung Typischer Gegenpart Vor der Bestellung klären Nicht pauschal annehmen
Saum mit Ösen einzelne freigegebene Anschlusspunkte Positionen, Randaufbau und vorgesehene Verbindungsmittel universeller Ösenabstand oder Tragfähigkeit
Hohlsaum Stange, Rohr oder Spannstab benötigtes Innenmaß, Einschubrichtung, offene oder geschlossene Enden Hohlsaummaß allein aus dem Stangendurchmesser
Rundkeder passendes Kederprofil Profilgeometrie, Kedergröße, Fahne und Einzugsrichtung „Keder“ als vollständige Größenangabe
Silikon-Flachkeder Nut eines Textilspannrahmens Rahmensystem, Nut, Bestellmaß und Einbaufolge Gleichsetzung mit einem Rundkeder
Schema von Saum mit Ösen, Hohlsaum, Rundkeder und Flachkeder
Das Auswahlschema ordnet vier Randarten ihrem typischen Gegenpart zu. Es enthält keine Maße oder Montagefreigaben.

Das ist eine Zuordnungshilfe, keine Montageanleitung. Bei Außenanwendungen kommen Standort, Wind, Untergrund und die Freigabe des gesamten Systems hinzu. Der Überblick zu Montagemöglichkeiten für Banner hilft dabei, zuerst den passenden Träger zu bestimmen.

Saum und Ösen erfüllen zwei verschiedene Aufgaben

Ein Saum verstärkt oder verarbeitet den Bannerrand. Eine Öse schafft einen einzelnen Durchlass für ein vorgesehenes Verbindungsmittel. In vielen Ausführungen treten beide gemeinsam auf, sie bedeuten aber nicht dasselbe. Ein gesäumter Rand kann ohne Ösen bestellt werden; eine Öse kann je nach Produkt in einem anders aufgebauten Rand sitzen.

Für die Planung sind deshalb zwei Fragen getrennt zu beantworten:

  1. Wie soll der Rand des Materials ausgeführt sein?
  2. Wo und womit wird dieser Rand mit dem Träger verbunden?

Die Ösenpositionen sind Produktionsangaben. Sie beeinflussen, wo Beschriftung und Bilddetails liegen dürfen. Das gilt besonders für Ecken, Teilflächen und Motive, die über mehrere Felder laufen. Beim Bauzaunbanner müssen außerdem die tatsächlich erlaubten Anschlusspunkte des Zaunsystems feststehen.

Ein allgemeiner Satz wie „alle 50 Zentimeter ösen“ ist keine ausreichende Spezifikation. Passende Abstände hängen unter anderem von Produkt, Abmessung, Randaufbau, Gegenpunkten und Systemfreigabe ab. Dieser Ratgeber nennt daher bewusst keinen Universalabstand und keine Belastbarkeit.

Hohlsaum: Entscheidend ist der nutzbare Kanal

Beim Hohlsaum bildet der Rand einen Kanal, durch den eine Stange oder ein Rohr geführt wird. Das kann eine obere Aufhängung, eine untere Beschwerungsstange oder eine seitliche Führung sein. Vor der Dateierstellung muss klar sein, in welcher Richtung eingeschoben wird und welche Enden offen bleiben.

Die wichtigste Angabe ist nicht nur der Außendurchmesser der Stange. Gefragt ist das zur konkreten Verarbeitung passende nutzbare Innenmaß. Materialdicke, Naht oder Schweißung und der benötigte Spielraum können die Ausführung beeinflussen. Ebenso wichtig: Beschreibt das Angebot das flach gemessene Saummaß, den Umfang oder das fertige Innenmaß? Diese Begriffe dürfen nicht selbstständig ineinander umgerechnet werden.

Schicken Sie bei einer Anfrage deshalb:

  • Foto oder Zeichnung des vorhandenen Trägers,
  • Querschnitt und Abmessung der Stange,
  • gewünschte Einschubrichtung,
  • benötigte offene und geschlossene Enden,
  • Position von Nähten, Verbindern oder Endkappen,
  • Definition von Fertig- und Bestellmaß.

Ein Hohlsaum ist nur dann passend, wenn die Stange eingeführt werden kann und das fertige Motiv im eingebauten Zustand richtig sitzt.

Rundkeder: Rundschnur, Fahne und Profil bilden eine Einheit

Ein Rundkeder besitzt eine runde Seele und eine angeschweißte oder angenähte Fahne, die mit der bedruckten Fläche verbunden wird. Der runde Teil wird in eine passende Profilschiene eingezogen. Damit eignet sich diese Verarbeitung für Systeme, die genau dafür konstruiert wurden.

„Mit Keder“ ist noch keine vollständige Bestellung. Ein aktueller Herstellerleitfaden zeigt verschiedene Durchmesser, Fahnenbreiten und Materialvarianten. Er belegt damit vor allem eines: Keder sind keine einheitliche Universalgröße. Keder Solutions: Keder Size Guide 2026.

Für die Zuordnung benötigen Sie mindestens die Profilzeichnung oder die eindeutige Systembezeichnung. Prüfen Sie außerdem, von welcher Seite eingezogen wird, wie Ecken und Enden ausgebildet sind und ob der Hersteller des Systems eine bestimmte Kedervariante vorgibt. Ein ungefähr passender Durchmesser ist keine Kompatibilitätsbestätigung.

Silikon-Flachkeder: textile Grafik im Spannrahmen

Der Silikon-Flachkeder, oft im Zusammenhang mit SEG-Textilgrafiken genannt, ist ein flexibler flacher Streifen. Er wird an die Textilkante genäht und in die Nut eines dafür vorgesehenen Rahmens gedrückt. Herstellerbeschreibungen zeigen diese Verbindung aus Textil, Flachstreifen und Rahmenprofil. Keder MacroPrint: Silicone Flat Keder und Ultraflex: Guide to Tension Fabric Displays.

Diese Lösung unterscheidet sich konstruktiv vom Rundkeder. Sie wird häufig für textile Spannrahmen und Leuchtkästen verwendet, doch auch hier entscheidet das konkrete System über Streifen, Nut und Maßdefinition. Für einen Leuchtkasten muss außerdem das dafür vorgesehene Textil gewählt werden. Die Materialentscheidung erklärt der Vergleich Frontlit, Backlit und Blockout.

Bei Rahmen ist die Frage nach dem sichtbaren Maß besonders wichtig. Ein Teil der Grafik verschwindet konstruktionsbedingt im Rand. Manche Systeme bestellen nach sichtbarer Öffnung, andere nach fertiger Textilgrafik oder nach einer systemeigenen Vorlage. Übernehmen Sie deshalb keine Messregel aus einem fremden Rahmen.

Bestellmaß, Fertigmaß und sichtbares Maß auseinanderhalten

Konfektion benötigt Platz. Dieser Platz kann im angegebenen Endformat enthalten sein oder in einer produktbezogenen Vorlage zusätzlich dargestellt werden. Bevor Sie Inhalte anlegen, sollten fünf Begriffe eindeutig zugeordnet sein:

  1. Systemmaß: Abmessung des Rahmens, der Schiene, Stange oder Anschlusspunkte.
  2. Bestellmaß: Maß, das im Shop oder Angebot eingegeben wird.
  3. Fertigmaß: Außenmaß des verarbeiteten Banners oder Textils.
  4. Sichtmaß: Bereich, der nach dem Einsetzen tatsächlich sichtbar bleibt.
  5. Datenmaß: Abmessung der gelieferten Druckdatei oder Vorlage.

Diese Maße können übereinstimmen, müssen es aber nicht. Auch Sicherheitsbereiche und Zugaben sind produktspezifisch. Der Artikel Druckdaten für Banner vorbereiten erklärt Endformat, Maßstab und Sicherheitsabstand. Für die Konfektion gilt zusätzlich: Maßlinien, Legenden und Hilfsebenen der konkreten Vorlage lesen und vor dem Export so behandeln, wie es die Vorlage verlangt.

Vier Praxisfälle zur Einordnung

Sind einzelne Anschlusspunkte vorgesehen, kann eine geöste Ausführung infrage kommen. Vorher werden Gegenpunkte, Randaufbau und zulässiges Verbindungsmittel geklärt. Bei einem Bauzaun ist das Banner Teil der gesamten Zaunlinie; mehr Ösen ersetzen keine Freigabe von Zaun, Standort und Aufbau.

Abgehängte Grafik an einer Stange

Soll eine Stange durch die Kante laufen, passt die Funktionsidee des Hohlsaums. Die Anfrage enthält das benötigte Innenmaß und die Einschubrichtung. Liegt unten eine zweite Stange, wird auch deren Funktion und Ausführung getrennt angegeben.

Ist das Profil für eine Rundschnur konstruiert, wird ein dazu kompatibler Rundkeder benötigt. Profil und Keder werden als zusammengehöriges System behandelt. Die Auswahl erfolgt anhand der technischen Zeichnung, nicht anhand eines Fotos oder des allgemeinen Wortes „Keder“.

Textile Grafik in einem Spannrahmen

Bei einem dafür vorgesehenen Textilrahmen kommt häufig Silikon-Flachkeder zum Einsatz. Rahmennut, Textil, Keder und Maßdefinition werden gemeinsam geprüft. Bei hinterleuchteten Rahmen muss zusätzlich die Beleuchtungsaufgabe zum Material passen.

Anfrage-Checkliste für die richtige Konfektion

Mit diesen Angaben kann die Verarbeitung vor der Produktion sauber zugeordnet werden:

  • Anwendung: Innen oder außen, Nutzungsdauer und Betrachtungsseite.
  • Tragsystem: Hersteller, Modell, technische Zeichnung und Fotos des vorhandenen Systems.
  • Gegenpart: Anschlusspunkt, Stange, Profilschiene oder Rahmennut.
  • Maße: System-, Bestell-, Fertig-, Sicht- und Datenmaß getrennt benennen.
  • Rand: gewünschte Verarbeitung an jeder Seite, nicht nur pauschal „rundum“.
  • Richtung: Einzug, Einschub und spätere Ausrichtung der Grafik.
  • Motiv: wichtige Inhalte mit Abstand zu Ösen, Nähten, Taschen und verdeckten Bereichen.
  • Vorlage: aktuelle produktbezogene Druckvorlage und deren Legende verwenden.
  • Freigaben: bei Außenanwendungen Vorgaben des Tragsystems und der verantwortlichen Stelle beilegen.

BestToPrint bietet keinen Montageservice an. Die Druck- und Konfektionsauswahl ersetzt keine Prüfung des Trägers oder Standorts.

Häufige Fragen zu Ösen, Hohlsaum und Keder

Braucht jedes Banner mit Ösen zusätzlich einen Saum?

Das hängt vom angebotenen Produkt und seinem vorgesehenen Randaufbau ab. Saum und Öse erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Bestellen Sie die konkrete Kombination aus dem Datenblatt oder Angebot, statt eine Ausführung allgemein vorauszusetzen.

Kann man Ösen später einfach ergänzen?

Nachträgliche Änderungen können Randaufbau, Positionierung und Druckmotiv betreffen. Sie sollten nur nach Prüfung des konkreten Materials und der vorgesehenen Verarbeitung erfolgen. Planen Sie Ösenpositionen deshalb vor der Produktion.

Reicht bei einer Anfrage die Angabe „mit Keder“?

Nein. Es muss mindestens zwischen Rundkeder und Silikon-Flachkeder unterschieden werden. Beim Rundkeder gehören Größe und Fahne, beim Flachkeder Rahmennut und Maßdefinition zur Klärung.

Wie berechne ich den Hohlsaum aus dem Rohrdurchmesser?

Verwenden Sie keine selbst gewählte Universalformel. Fragen Sie nach der erforderlichen Bestellangabe und dem nutzbaren Innenmaß der angebotenen Ausführung. Die konkrete Produktvorlage hat Vorrang.

Welche Konfektion hält am meisten Wind aus?

Aus der Randbezeichnung allein lässt sich keine Windfreigabe ableiten. Material, Abmessung, Rand, Verbindungsmittel, Träger, Standort und Aufbau wirken zusammen. Der Ratgeber zu Windstärken und Böen erklärt, warum eine allgemeine Windstärke für ein unbekanntes System nicht belastbar ist.

Quellenstand: 28. September 2026. Verwendet wurden aktuelle Herstellerunterlagen zur Bauform von Rund- und Flachkedern sowie zu textilen Spannsystemen. Der Artikel enthält keine BestToPrint-Zusage zu universellen Abständen, Kedervarianten, Toleranzen, Tragfähigkeiten oder Windgrenzen.

BestToPrint Redaktion

Materialwahl, Druckdaten und Gestaltung verständlich erklärt. Angaben zum konkreten Produkt finden Sie im jeweiligen Datenblatt und in der Druckvorlage.

← Alle Beiträge ansehen